Donnerstag, 30. Dezember 2010

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Minecraft? Was zum Teufel?

Ende Oktober 2010 hörte ich das erste Mal von einer Indie Entwicklung namens Minecraft auf Spiegel Online. (Artikel lesen) Ich sah mir die Videos dazu an und war zunächst, wie wohl jeder, von der gruseligen Grafik überrascht. Ich konnte mir auch nicht direkt vorstellen, was das Spiel denn so interessant machen würde. Grundsätzlich bin ich ja der Meinung, dass viele Spiele nur deswegen unsterblich sind, weil ein ganz kleiner Benutzerkreis mit dem Spiel etwas anfängt das mit der eigentlichen Spielmechanik gar nichts zu tun hat, diese Aktionen aber so viel Aufsehen erregen, dass das ganze ein Selbstläufer wird. Und ging ich auch davon aus, dass das hier gezeigte wohl eher von ein paar Hardcore Fans publiziert wurde.

Als dann jedoch immer mehr Berichte und auch Printmedien über dieses Spiel berichteten schnupperte ich in die freie Testversion. Grundsätzlich fand ich den Ansatz ganz lustig, konnte aber nichts weiter mit dem Spiel anfangen.

Im Laufe der Zeit sah ich jedoch immer mehr Videos und Artikel über das ganze und wurde motiviert Minecraft noch eine Chance zu geben. Zu Weihnachten gönnte ich mir die Vollversion und fing an...

Und tatsächlich - der alte Legotrieb zieht einen sofort in den Bann. Ist man zu Beginn des Spiels noch froh eine kleine Höhle mit Holzwerkzeugen gegraben zu haben, beginnt man bereits nach wenigen Stunden die eigene Kreativität mehr und mehr in sich zu entdecken. Warum erweitere ich meine Höhle nicht um Glasfenster? Wäre ein Glasdach denkbar? Wenn ich in die Tiefe grabe baue ich besser gleich eine saubere Treppe als einen langweiligen Notschacht? Wie halte ich die Monster der Nacht davon ab in meine Zuflucht zu gelangen? Wie organisere ich meinen Rohstoffnachschub? Wie viel Aufwand macht wohl eine Pyramide?

Ein absoluter Traum ist jedoch das kooperative Erlebnis im Mehrspielermodus. Grabe ich beispielsweise gerne in die Tiefe und erforsche neue Höhlen, möchte meine Frau lieber an der frischen Luft tätig sein und hier umgestalten. So kann es sein, dass ich für eine Stunde in den Tiefen der Welt verschwinde und neue Schächte aushebe um bei der Rückkehr festzustellen, dass meine Frau den Eingangsbereich komplett umgestaltet hat.

Minecraft ist für mich ein schönes Beispiel dafür, wie ein an sich simpler Ansatz und simpelste Spielmechaniken Menschen zu kreativen Höchstleistungen anspornen können ohne Multi-Millionen-Budget und Boom-Boom.

Wie lange mich Minecraft wirklich beschäftigen wird vermag ich noch nicht abzuschätzen, aber so lange möchte ich ein wenig davon berichten.